 |
 |
Gurken, Schaukelkähne und Berliner Weiße
Gartenbauverein 2011 unterwegs an Spree und Havel
Bei den Ausflügen des Gartenbauvereins Südlengern müssen die Teilnehmer auf überraschende Momente gefasst sein. Organisator Horst Teilkemeier und sein Team glänzten schon oft durch außergewöhnliche Einfälle – unvergessen zum Beispiel der spektakuläre Räuberüberfall vor zwei Jahren im Spessart! Eine Schrecksekunde war’s schon, als plötzlich die finsteren Gesellen aus dem Gebüsch sprangen und für eine Weile das Kommando übernahmen!
|
 |
 |
In diesem Jahr waren Spree und Spreewald das Ziel. Nach der Frühstückspause in Marienborn (Foto oben links) bot wenig später der Spargel- und Erlebnishof Klaistow die erste Überraschung (Foto oben rechts). Traf man dort doch auf gute Bekannte aus Stemwede und Tonnenheide: Die in Niedersachsen ansässigen Spargelhöfe Buschmann und Winkelmann hatten nach der Wende die zu DDR-Zeiten vernachlässigte Tradition des vor allem in Berlin berühmten Beelitzer Spargels neu belebt und mit dem Erlebnishof zugleich ein tolles Ausflugsziel mit Hofladen, Scheunenrestaurant, Naturwildgehege, Kletterwald, Ausstellungen und Events geschaffen. Seniorchef Winkelmann persönlich begrüßte mit die Gäste aus der alten Heimat mit einem Glas Sekt. Auch Heidelbeeren hätte man pflücken können, wäre die Zeit nicht zu knapp gewesen. Doch in Lübbenau warteten bereits leckere Spreewaldgurken auf die Besucher aus Ostwestfalen.
|
 |
 |
In seit 1898 gepflegter Familientradition wird dort in der RABE Konservenfabrik das für den Spreewald typische Gemüse – insbesondere Gurken, Meerrettich, Kürbis, Rot- und Weißkohl – haltbar gemacht und in den Handel gebracht. Von einer Plattform in der Betriebshalle aus konnte der Weg der Spreewaldgurken von der Anlieferung bis zum verkaufsfertigen Glas beobachtet werden. Kostproben machten die Vielfalt der Geschmacksrichtungen deutlich. Ein Videofilm zeigte, wie in Handarbeit geerntet wird: Ein riesiges Erntefahrzeug fährt die Felder ab, während in zwei ausgefahrenen Seitenarmen zahlreiche auf dem Bauch liegende Erntehelfer die reifen Gurken abpflücken, ohne die Beete dabei betreten zu müssen.
|
 |
 |
| Im Gasthof „Lindengarten“ in Treppendorf bezogen die Gartenfreunde aus Südlengern Quartier. Ein Grillabend steigerte die ohnehin gute Laune und hob die Vorfreude auf den kommenden Tag. Und der hatte es in sich. |
 |
 |
| Von Lübbenau aus startete die bei einem Besuch des Spreewaldes obligatorische Kahnfahrt. In drei großen Booten führte die Fahrt durch das Dorf Lehde, dann weiter als Schleusenfahrt durch die idyllische Landschaft zum Gasthaus „Wotschofska“, 1894 auf einer Insel errichtet und zunächst nur auf dem Wasserweg erreichbar. Viele der Gäste aus Südlengern hatten sich auf die gefürchteten Spreewaldmücken eingestellt. Aber die waren, welch freudige Überraschung, weit und breit nicht zu entdecken, weil – wie die Fährleute berichteten – das wenig mückenfreundliche Wetter im April die Brut gar nicht erst hatte hochkommen lassen. Umso prachtvoller wirkte das flinke, fröhliche Spiel der blauen Libellen über dem Wasser. Und die Sonne strahlte nach Leibeskräften dazu. |
 |
 |
 |
 |
| Noch einmal Treppendorf, der „Lindengarten“, und am nächsten Morgen hieß das Ziel: Berlin. Eine Stadtrundfahrt zu Wasser mit der „MS Heiterkeit“ stand auf dem Programm, und heiter ging’s wirklich zu! Die kundige „Stadtbilderklärerin“ Simon ließ keine Fragen offen und ließ den Berliner Humor dabei nicht zu kurz kommen. Die Cityfahrt führte vorbei an bekannten historischen Bauten wie dem Berliner Dom und der Museumsinsel, an Symbolen deutscher Geschichte wie dem Reichstag und der Eastside Gallery, sowie an Meilensteinen moderner Architektur wie dem Hauptbahnhof und dem Regierungsviertel. |
 |
 |
 |
 |
Bei herrlichem Wetter war das Oberdeck besonders gefragt, doch bald hieß es: Sitzen bleiben! Kopf einziehen!, wenn Brücken unterquert wurden. Im Zentrum schließlich musste das Oberdeck komplett geräumt werden, weil es dort noch knapper zuging und zu gefährlich war. Warum nur wurde die an Bord bestellten „Berliner Weißen“ leuchtend grün oder rot gefärbt serviert? Und nicht, wie man hätte vermuten können, blütenweiß? (Klar, „weiß“ steht hier für „Weizen“, und geschmeckt hat’s nach Himbeer oder Waldmeister.) Ob die Bundeskanzlerin wohl in ihrem Büro am Fenster stand und amüsiert auf das lustige Völkchen da unten auf der Spree herabblickte?
|
 |
 |
Ein Bauerncafé in der Nähe des Steinhuder Meers lud nach der erlebnisreichen Fahrt zum rustikalen Abendschmaus.
Und noch einmal hatten alle viel Spaß mit „Hintenhoch“, einem hochprozentigen Speziallikör aus dem Weserbergland, gut anzuwenden bei „Steifbeinigkeit, Gliederklappern, Döskopp, Arbeitsscheu“ und mehr – alles Dinge, die Gartenfreunden absolut fremd sind. Aber probieren muss man ja schließlich alles einmal …
|