
Ritter, Elfen und Gaukler auf Gut Bustedt
... warum Naturerleben im Biologiezentrum so spannend ist!
(Text und Fotos: Willi Fleddermann und Dirk Schlüter)
Was stellen sich Jungen und Mädchen unter einem "Biologiezentrum" vor? Vermutlich kaum, dass es dort sehr spannend zugeht, so dass 3 - 4 Stunden wie im Fluge vergehen.
Die Kinder der Klassen 2a und 2b der Grundschule Südlengern-Dorf waren begeistert. Und was sie erlebten, wollen wir in Bild und Text berichten.
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Natur pur rund um eine mittelalterliche Ritterburg
Frau Gössling und Herr Goldstein vom Biologiezentrum nehmen die Kinder der Grundschule Südlengern-Dorf in Empfang. Gut Bustedt war im Mittelalter eine Ritterburg. Sie ist um das Jahr 1400 von Heinrich Ledebur gebaut worden. Das älteste Gebäudeteil ist der Turm, in den man früher nur mit Leitern hineinkommen konnte, da es zum Schutz vor Feinden keine Treppe und keine Tür gab. Heute ist daraus ein Biologiezentrum geworden.
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Klasse 2a: Fuchs, Tarntiere, Scharfseher und ein ertrunkener Schwan
Frau Gössling führt die Klasse 2a mit ihrer Lehrerin Monika Brüning in einen Raum mit vielen ausgestopften Tieren. Dort gibt es viele Beispiele für Tiere, die "Tarnfarben" haben, und für Tiere mit "Warnfarben". Die Entenmama zum Beispiel hat ein unscheinbares Gefieder. Sie will ja ihre Entenbabys schützen und nicht auffallen. Der Marienkäfer ist knallbunt und warnt: "Fresst mich nicht, ich schmecke scheußlich!" Dafür ist ein ekliges Sekret verantwortlich, das der Käfer zu seinem Schutz absondert.
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| Das Biologiezentrum sammelt ausgestopfte Tiere zu Anschauungszwecken. Alle sind "echt", bis auf die Augen. Ihr Innenleben besteht aus Watte, Holzwolle, Stroh und - vor allem - Draht. Damit man sie in eine lebensechte Haltung bringen kann. Alle Tiere sind bei Unfällen oder durch Erkrankungen gestorben. Der schöne Schwan auf dem Schrank oben ist zum Beispiel ertrunken. Die Kinder staunen. Doch Frau Gössling erklärt, dass er sich in einer Angelschnur verfangen hatte, die ihn auf dem Wasser festhielt. Das Gefieder sog sich so mit Wasser voll, dass das arme Tier im Wasser versank und starb. |
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| Das war's dann auch mit Klassenzimmer und so. Im Biologiezentrum ist man am liebsten draußen in der Natur! Die Kinder bleiben aber beim Thema "Tarnfarben". Aus Draht, Wolle und Materialien, die sie im Gelände finden, basteln sie "Tarntiere" und verstecken sie anschließend gruppenweise. Die andere Gruppe muss jeweils suchen. Viele Tarntiere werden gefunden, einige aber bleiben unentdeckt. Die waren halt super gut ausgefallen! |
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| Ein "Scharfseher-Spiel" schließt sich an. Frau Gössling hat seitlich des Weges zwölf Gegenstände versteckt, die eindeutig nicht dahin gehören. Es ist gar nicht einfach, alle zu entdecken. Einigen Kindern aber entgeht nichts. Sie, aber auch alle anderen, werden künftig immer ganz genau hinschauen, was es in der Natur alles zu entdecken gibt. |
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| Und was schleppt Frau Gössling da an? Kescher? Wozu denn das? Insekten fangen, natürlich! Frau Gössling erklärt, wie man vorsichtig über Gräser und Blüten streicht, bis sich ein oder mehrere Krabbelwesen im Kescher gefangen haben, und wie man die Tierchen behutsam in ein kleines, durchsichtiges Röhrchen sperrt, um es dann genau betrachten zu können. Das macht Spaß, und obendrein lernt man eine Menge dabei ... |
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| ... denn Frau Gössling weiß zu allen der kleinen Gefangenen etwas zu erzählen, bevor sie den Verschluss der Röhrchen wieder öffnet und den Flügeltierchen, Spinnen - sogar ein paar kleine Schnecken sind dabei - ihre Freiheit wiedergibt. |
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Klasse 2b: Ritter, Elfen, Gaukler, Kröte und Feuersalamander
Die Klasse 2b und ihre Lehrerin Silke Bode schließen sich Herrn Goldstein an, der ebenfalls zunächst einen Unterrichtsraum ansteuert. Auch er berichtet von Tarn- und Warntieren, und er hat sogar zwei lebende Beispiele dafür mitgebracht. Die kleine Kröte fällt im braunen Herbstlaub kaum auf, selbst wenn sie auf dem Bild unten links auf Herrn Goldsteins Hand hockt. Der hübsche Feuersalamander lässt sich leichter entdecken. Das ist ihm aber egal, denn auch er weiß sich zu wehren. Drüsen können an seinem Rücken ein weißliches, giftiges Sekret absondern. Wie die Kröte gehört er zu den Amphibientieren.
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| Wie die Kinder der Klasse 2a, dürfen auch die Kinder der Klasse 2b auf Insektenfang gehen. Herr Goldstein rüstet sie mit Keschern aus, außerdem mit Auffangtüchern, Röhrchen, Taschen und Pinzetten. |
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| Eifrig sind die Kinder bei der Sache. Sie verteilen sich im Gelände und entdecken so manches in Buschwerk, Blüten und Gräsern. Und wie die Kinder der Parallelklasse machen sie reiche "Beute". |
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| Die Auffangtücher legen die Kinder auf den Boden und klopfen dann mit Stöcken an darüber hängenden Ästen. So manch ein Insekt fällt herunter und vervollständigt die Sammlung. |
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| Da gibt es jede Menge zu betrachten und zu begutachten, und Herr Goldstein hat viel zu erklären. |
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| Eifrig sind die Kinder dabei, als es gilt, die gefangenen Tierchen nach Kategorien zu ordnen. Herr Goldstein unterscheidet Ritter, Elfen und Gaukler. Ritter tragen Panzer - auch Käfer haben Panzer, so finden sie bei den "Rittern" Platz. Elfen sagt man nach, dass sie durchsichtige Flügel haben. In diese Kategorie kommen Fliegen, Hummeln, Wespen und Bienen. Hätten die Kinder eine Libelle gefangen, wäre auch sie zu den Elfen gekommen. Die Gaukler schließlich "gaukeln" fröhlich durch die Lüfte: die Schmetterlinge, zu denen auch Motten gehören. |
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| Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Auch Herr Goldstein hat alle Tierchen wieder freigelassen. Der Bus wartet schon. Ein Gruppenbild muss aber noch sein. Eins haben wir schon gesehen, oben auf der Seite, mit dem Turm des Gutshofes im Hintergrund. Hier sind noch einmal alle Kinder der Klassen 2a und 2b mit ihren Lehrerinnen Monika Brüning und Silke Bode zu sehen. Sie sind bestimmt nicht zum letzten Mal im Biologiezentrum gewesen! |
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