Unser Dorf hat Zukunft
Unter dem Leitgedanken "Unser Dorf hat Zukunft" wurde 2008 die größte Bürgerinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen seit nunmehr 46 Jahren durchgeführt. Dörfer und Ortsteile unterschiedlicher Größe und Ausstattung waren aufgefordert, miteinander in Wettbewerb zu treten. Ein wichtiges Ziel war, die Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum zu verbessern, weiter zu entwickeln und die Lebensqualität damit nachhaltig zu steigern.
Die Initiative setzt sich fort. Am Kreiswettbewerb 2011, den Westkilver gewann, hat Südlengern nicht teilgenommen, weil wesentliche Voraussetzungen noch nicht gegeben waren. Ziel ist jedoch die Teilnahme am Wettbewerb 2013. Dann werden z. B. Planung und teilweise Umsetzung des Energie- und Umweltlehrpfades fortgeschritten sein. Und auch sonst kann die Dorfgemeinschaft auf Fortschritte verweisen. Der neu gestaltete Schulhof, Einkaufszentrum und Familienarztzentrum gehören dazu.
Eine Teilnahme am Wettbewerb 2013 kann erfolgreich sein, wenn die Dorfgemeinschaft - Vereine, Handel und Gewerbe, Privatpersonen - geschlossen hinter dem Projekt stehen. Schon 2012 können dazu wichtige Weichen gestellt werden!
Südlengerner Tradition: Strom durch Wasserkraft
Wenn vom "Energiedorf Südlengern" die Rede ist, steht die Brausemühle an allererster Stelle. Denn es war der Brausemüller, der Müllermeister Heinrich Schürmann, der 1902 hinter den Turbinen seiner seiner Wassermühle den ersten Dynamo installierte. Schürmann hatte sein Handwerk auf der Müllerschule in Leipzig gelernt und dort gesehen, wie mit Wasserkraft Strom erzeugt werden kann. Damals brannten nach Einbruch der Dunkelheit in den Stuben noch Petroleumlampen oder Kerzen. Doch musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um das Misstrauen der Dorfbewohner gegenüber der neuen Licht- und Kraftquelle "Strom" zu zerstreuen. Die ersten Stromleitungen führten zur Zigarrenfabrik Heinecke, zur Bäckerei Wöhrmann (später Froböse) und zur Volksschule. Die Aufstellung von Strommasten führte zu Ärger und Streitigkeiten, die teilweise vor Gericht entschieden werden mussten.
1909 wurde am anderen Elseufer das EMR Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg gegründet. Das machte es dem Brausemüller nicht einfach, sich mit seiner Stromerzeugung zu behaupten. 1963 gab er auf. Damals übernahm das EMR das Leitungsnetz mit allen Versorgungseinrichtungen.
In den letzten Wochen und Monaten hat sich an der Brausemühle viel getan. Die Wehranlage, auf dem Bild oben zu sehen, wurde zurückgebaut. Inzwischen kann man sich gut vorstellen, wie es dort einmal aussehen wird. Eine kleine Dokumentation dazu finden Sie auf einer gesonderten Seite.
... zur Dokumentation bitte hier oder auf das kleine Foto links klicken ...
Das „Energiedorf“ an der Else
Südlengern beteiligte sich 2008 am Kreiswettbewerb. Das Motto lautete: "Energiedorf Südlengern". Am 3. November kam eine Abordnung des Kreises und der Bezirksregierung, um sich vor Ort interessante Punkte des Projekts erläutern zu lassen.
Für Südlengern drängt sich die Idee eines "Energie- und Umweltlehrpfades" geradezu auf. Die Brausemühle mit der traditionellen Wasserkraft könnte ebenso wie das Kraftwerk des ehemaligen EMR einbezogen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt des angedachten Rundgangs wäre das Gewerbegebiet Gantenkamp mit der neuen Biogas-Anlage, die für Zukunftsenergie steht.
Vertreter der Vereine in Südlengern berichteten über ihre Aktivitäten. Für "Südlengern aktiv" betonte Andreas Voigt auch den Reesberg als "dickes Plus" für den Ortsteil. Von hoch oben bietet sich ein herrllicher Blick, der sich über den Ort und das Elsetal bis hin zum Wiehen erstreckt.
Die Bewertungskommission nahm positive Eindrücke mit. Wenn im Ergebnis die Gemeinde Rödinghausen mehr überzeugen und den Kreiswettbewerb gewinnen konnte, bedeutet das aber keinesfalls das "Aus" für das Kirchlengeraner Projekt. Mit dem Energieversorger Eon als wichtigem Partner soll die gute Idee des Energie- und Umweltlehrpfades weiterentwickelt und schrittweise umgesetzt werden.
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