Rückbau des Elsewehrs an der Brausemühle in Südlengern
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Die ersten fünf Fotos stammen von Hermann Sundermeier. Zunächst das bereits offene Wehr frontal und seitlich, dann Aufnahmen von der Baustelle.
Um die Arbeiten an der neuen Sohlgleite iim Trockenen erledigen zu können, wurde die Else in einem Gerinne um die Wehranlage geleitet. Dafür allein wurden 2.300 Kubikmeter Boden bewegt. Die Umleitung ist auf den Fotos gut zu erkennen.
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Die nächsten fünf Fotos stammen von Jürgen Weimann. Zunächst Impressionen von der Baustelle. Der schwarze, schieferige Boden auf dem Bild rechts rief den Geologen und Bünder Museumsleiter Michael Strauß auf den Plan. Das erste Panoramabild zeigt das umgeleitete Flussbett, das zweite entstand bei der Flutung der Sohlgleite am 24.9.2009.
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In den letzten Septembertagen 2009 fotografierte Willi Fleddermann. Rechts die im Flussbett hergestellte und geflutete Sohlgleite, unten die "alte" Blickrichtung auf die Wehranlage. Der Pfeiler im Flussbett wird die neue Fußgängerbrücke tragen.
Die Sohlgleite wurde aus 3.500 Tonnen Schüttelsteinen gebaut. Durch sie wird die bisherige Barriere für alle aquatischen Lebewesen und ihre flussauf- und flussabwärts gerichtete Wanderungen beseitigt.
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In der vor dem Abriss bestehenden Form bestand die Wehranlage der Brausemühle seit etwa 1930. Schon vor einigen Jahren hatte das EMR, Quellunternehmen von Eon Westfalen Weser, gemeinsam mit dem Werre-Wasserverband den Rückbau der Wehranlage geplant. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte die Renaturisierungsmaßnahmen, dabei trägt Eon einen erheblichen Eigenanteil. Weil langfristig weitere rund 40 Wehre an Else, Werre und Bega umgestaltet werden sollen, besitzt die Maßnahme an der Brausemühle Pilot- und Beispielcharakter für die Region.
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Barriere aus der Else geräumt
In sechs Wochen soll das Wehr an der Brausemühle Geschichte sein
Bericht der NW Bünde am 19.8.2009 von Patrick Menzel (Text und Foto)
Diskutiert wurde seit vielen Jahren. Jetzt geht es zügig voran mit dem Rückbau des Elsewehrs an der Brausemühle in Südlengern. Schon in sechs Wochen soll die Else durch ihr neues Bett fließen – und mit ihr künftig auch „barrierefrei“ Fische und Kanufahrer.
„Wir liegen gut im Zeitplan“, sagte Bauleiter Hermann Koers gestern im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Das seit 1930 bestehende Wehr sei bereits demontiert und ein Wall aus Steinen aufgeschüttet, beschreibt er den Fortschritt der Bauarbeiten. Mit dem einfachen Abriss des Wehrs ist es allerdings nicht getan. Die Else wird künftig etwa 20 Meter oberhalb der einstigen Anlage über eine Schwelle fließen. „An die Schwelle schließt sich eine so genannte Sohlgleite – eine flache Rampe im Wasser – mit einem Meter Gefälle auf 25 Metern Flussstrecke sowie eine gesonderte Rinne, die von Kanufahrern oder auch von Fischen selbst bei Niedrigwasser genutzt werden kann, an“, erläuterte Koers. Im Fall von Hochwasser steht künftig eine etwa ein Meter tiefe Flutmulde nördlich der Else als Auffangbecken für überschüssiges Wasser bereit. „Für den Bau der Flutmulde müssen rund 4.500 Kubikmeter Boden ausgehoben und abtransportiert werden“, so Koers.
Beseitigt wird durch die Renaturierungsmaßnahme, deren erste Planungen bereits vor zwölf Jahren vom Werre-Wasserverband und dem Eon-Vorgänger Elektrizitätswerke Minden-Ravensberg (kurz EMR) in Angriff genommen worden waren, eine kaum überwindbare Barriere für Wasserlebewesen. „Durch den Höhenunterschied von rund zweieinhalb Metern war das Wehr ein unüberwindbares Hindernis für Fische und manche Insekten“, erklärte Joachim Gesch, Geschäftsführer des Werre-Wasserverbandes, beim ersten Spatenstich im Mai. Der Verband ist seit Jahren mit allen Details des Brausemühlen-Wehrs vertraut und hat somit auch die Federführung beim Rückbau der Anlage übernommen. Die Kosten für diese umfangreiche Baumaßnahme (rund 850.000 Euro) teilen sich das Land NRW und Hauptsponsor Eon. In Südlengern stoßen die Bauarbeiten auf großes Interesse. „Hier hat sich ja schon richtig viel getan. So langsam lässt sich erahnen, wie es hier einmal aussehen wird“, sagte eine Spaziergängerin, die gestern Nachmittag einen neugierigen Blick durch den Bauzaun warf. Geht es nach Bauleiter Hermann Koers, sollen bereits Ende September Bauzäune und Bagger verschwinden und die Arbeiten beendet sein.
Die Brausemühle an der Else ist ein Bauwerk mit Jahrhunderte langer Geschichte. Mit Wasserkraft wurde dort einst Strom gewonnen, bevor dies einige hundert Meter entfernt im einstigen EMR-Kraftwerk im größeren Stil geschah. Zwischen Brausemühle und Kraftwerk gab es zuvor eine innige Verbindung. Das Kraftwerks-Kühlwasser wurde aus der Else abgeleitet und dann dorthin zurückgeführt, um der Brausemühle weiter die Versorgung großer Teile Südlengerns mit Strom zu gewährleisten. 1963 aber wechselten Brausemühlen-Leitungsnetz und Anlage endgültig den Besitzer. Das EMR übernahm die Stromversorgung, schloss sich dann mit Eon Westfalen-Weser zusammen.
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 19. August 2009
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