Wir über uns     Aktuelles     Termine     Projekte     Ortsgeschichte     Vereine     Klönschnack     Kontakt     Impressum

Einweihung der neuen Holzbrücke
an der Brausemühle

Ein großer Tag für einen kleinen Fluss. Am 9. Juli 2010 fand die ökologische Umgestaltung der Else an der Brausemühle mit der Einweihung der neuen Holzbrücke einen schönen Abschluss. Bürgermeister Rüdiger Meier und E.ON Westfalen Weser-Vorstandsmitglied Michael Heidkamp zerschnitten vor zahlreichen Gästen, darunter Landrat Christian Manz, die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Rat der Gemeinde Kirchlengern, Vertretern der Bezirksregierung und anderen am Gesamtprojekt beteiligten Institutionen und Firmen symbolisch ein Band.
Rein rechtlich sind mit der Umgestaltung und dem Abbau des Wehrs an der Brausemühle die Wasserrechte, die im Besitz von E.ON Westfalen Weser waren, erloschen. Für diesen Bereich der Else ist in Zukunft die Gemeinde Kirchlengern verantwortlich.
Für das gesamte Vorhaben wurden fast 900.000 EUR investiert. Davon trug E.ON Westfalen Weser mehr als die Hälfte der Kosten, der andere Teil waren Landesmittel. Mit der Umsetzung der Maßnahmen hatte E.ON den Werre-Wasserverband beauftragt.
Vorstandsmitglied Michael Heidkamp (Foto links) erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das EMR, Quellunternehmen von E.ON Westfalen-Weser, bereits vor 100 Jahren begonnen hatte, von Kirchlengern aus die regionale Energieversorgung aufzubauen: "Hier an der Else ist die Wiege der Stromerzeugung und -verteilung für Ostwestfalen-Lipe. In all den Jahrzehnten haben wir die Gemeinde Kirchlengern und die Region insgesamt bei ihrer Entwicklung unterstützt", so Heidkamp. "Mit dem Möglichmachen der ökologischen Umgestaltung in diesem Bereich der Else möchte E.ON Westfalen Weser seine Verbundenheit mit Kommune und Kreis ein weiteres Mal dokumentieren."
Projektbeginn vor 13 Jahren
Joachim Gesch (rechts), Geschäftsführer des Werre-Wasserverbandes, skizzierte die Etappen des Projektes, dessen Beginn sogar 13 Jahre zurückliegt. Aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ergibt sich die zentrale Forderung, die Durchgängigkeit von Fließgewässern herzustellen und zu gewährleisten. Der Rückstau des Elsewassers, der bis an die Grenze zwischen Kirchlengern und Bünde reichte, nahm entscheidenden Einfluss auf die Gewässerökologie. Deshalb galt es, eine Lösung zu finden, die die Stauhöhe absenkte und damit die Rückstauwirkung verringerte. Dabei waren auch mögliche Folgen zum Beispiel für die Grundwasserstände zu bedenken und in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Nach der Bewilligung der Landesmittel begannen Mitte Januar 2009 die Vorbereitungen für die eigentlichen Baumaßnahmen. An Stelle der bisherigen Wehranlage wurde eine Sohlgleite gebaut, die es möglich machen soll, dass Fische und Kanuten die Brausemühle passieren können. Allein der Bodenaushub für die Sohlgleite und die angrenzende Flutmulde betrug rund 3.800 cbm. Mehr als 5.000 Tonnen an Schüttsteinen wurden verbaut. Der ehemalige Wehrsteg wurde durch eine komfortable Hartholzbrücke ersetzt und mit einer behindertengerechten Zuwegung an das vorhandene Wegenetz angebunden.
Der Landschaftsbeirat hatte sich, wie der Vorsitzende Ullrich Richter (links) in seiner Ansprache berichtete, vor zwei Tagen vor Ort ein Bild von der Gesamtanlage gemacht. Er äußerte sich anerkennend zur gelungenen Umsetzung des Projekts. Als Kritikpunkt nicht ausgespart ließ er aber die Verwendung des nicht zertifizierten Tropenholzes Bongossi für den Brückenbau. Richter empfahl, bei künftigen Maßnahmen andere Lösungen zu bevorzugen.
Einbindung in Konzept für Energie- und Umweltlehrpfad
Bürgermeister Rüdiger Meier bedankte sich bei E.ON Westfalen Weser und allen am Projekt Beteiligten für dieses neue ökologische und landschaftliche Prunkstück der Gemeinde. Die gelungene Maßnahme zeige, wie wichtig es sei, dass alle Beteiligten schon frühzeitig miteinander redeten. So konnte es hier gelingen, das berechtigte Interesse von E.ON an der Wehrniederlegung mit einer erheblichen ökologischen Aufwertung zu verbinden. Auch die Interessen der Gemeinde und damit der Bürger insbesondere der Ortsteile Kirchlengern und Südlengern konnten in erfreulicher Weise berücksichtigt werden. Ohne das Engagement von E.ON wäre das so nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank Rüdiger Meiers galt Ernst-Heinrich Schürmann, dem Eigentümer der südlichen Wegeflächen, der die Benutzung seines Hofes jahrzehntelang gestattet hatte und jetzt bereit sei, der Gemeinde für eine neue Verbindung der Brücke bis zur Elsestraße Grundstücksflächen zur Verfügung zu stellen. Die Aussichten, den von der Dorfgemeinschaft gewünschten Weg in östlicher Richtung von den Landschaftsbehörden genehmigt zu bekommen, wertete Rüdiger Meier aufgrund aktueller Überlegungen und Gespräche recht positiv. Gemeinsames Ziel der Gemeinde und der Vereine in Südlengern würde dann die Konzeption und Herstellung eines Energie- und Umweltlehrpfades sein, der im Themenumfeld Brausemühle - EMR - Energiegewinnung durch Wasserkraft - erneuerbare Energien (z. B. Biogasanlage) geradezu ideal plaziert wäre.
(Eigener Bericht, Text und Fotos: Willi Fleddermann)
... zum Seitenanfang ...
... zurück zur Themenseite "Brausemühle" ...

Zurück zur
Themenübersicht
Holzbrücke eingeweiht
... aktuelles Thema
Brausemühle
... zur Themenseite ...